
Was versteht man unter Dyskalkulie?
Die WHO definiert eine Dyskalkulie wie folgt:
"Diese Störung besteht in einer umschriebenen Beeinträchtigung der Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das betrifft vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten, wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division." (WHO ICD-10; F8.12)

Typische Auffälligkeiten betroffener Kinder sind:
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fehlendes Mengenverständnis, die Zahlen werden nur als abstrakte Symbole wahrgenommen und nicht als Beschreibung einer Menge
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zählendes Rechnen, häufig mit den Fingern, wird auch nach der ersten Klasse beibehalten
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fehlendes Verständnis für die grundlegenden Rechenoperationen (Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division)
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Stellenwerte werden nicht erkannt (34 statt 43)
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Schwierigkeiten beim Zehner- und Hunderterübergang
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Malreihen werden nur auswendig gelernt und nicht als wiederholte Addition verstanden
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Rechengeschichten können nicht in Rechnungen übersetzt werden
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die Raum- und Zeitorientierung und das Erlernen der Uhr gelingt nicht
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die Orientierung am Zahlenstrahl bereitet Mühe
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das Abschätzen von Mengen fällt schwer


"Nicht alle Kinder lernen das Gleiche zur gleichen Zeit auf die gleiche Weise."
(Kathy Walker)
Kinder mit Dyskalkulie brauchen mehr Zeit, um mathematische Inhalte zu erfassen. Sie benötigen eine individuelle, pädagogisch-didaktische Förderung, die an ihrem Wissensstand ansetzt, auf ihre persönlichen Bedürfnisse eingeht und sie die Lerninhalte zunächst handelnd begreifen lässt, ohne Zeit- und Leistungsdruck.
Erst danach wird zur bildlichen und später zur symbolischen Ebene übergegangen, damit es ihnen gelingen kann, Lerninhalte langfristig abzuspeichern.
Jede Dyskalkulie ist individuell, deshalb habe ich den Anspruch, jedes einzelne Kind durch ein individuell auf seine Probleme abgestimmtes Training zu unterstützen und zu fördern. Zur Motivation wird dabei möglichst viel Spielmaterial eingesetzt.


